Philipp Ottendörfer - Über Synagogen in Deutschland

In Deutschland werden wieder Synagogen gebaut.
Das grenzt schon an ein Wunder, wurden doch am 9. November 1938 in der Reichspogromnacht fast alle deutschen Synagogen in Brand gesetzt, zerstört und verwüstet. Schon in den 1950er und 1960er Jahren – sehr kurz nach der Shoah –entstanden in größeren Städten neue Gotteshäuser und Gemeindezentren als Ersatz für die verlorenen. Doch erst das Anwachsen der Gemeinden seit Anfang der 1990er Jahre ermöglicht eine zweite Phase intensiven Synagogenbaus.
Die Fotoserie dokumentiert diesen Moment deutsch-jüdischer Geschichte: Sie zeigt Synagogen, die die Reichspogromnacht überstanden haben, jene, die nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurden, und Neubauten der letzten Zeit.
Anhand dieser Typologie wird die wechselvolle deutsch-jüdische Geschichte sichtbar. Nur wenige Synagogen haben dem Zweiten Weltkrieg standgehalten, die Gebäude aus der Nachkriegszeit sind in ihrem architektonischen Gestus oftmals sehr zurückhaltend, und selbst bei den Neubauten glaubt man ein besonderes Schutzbedürfnis erkennen zu können.
Die Fotografien, die die Grundsteinlegung und Einweihung von Synagogen sowie Bauplätze geplanter Synagogen zeigen, erweitern die Serie jedoch um einen trotz aller bestehenden Probleme optimistischen Ausblick in die Zukunft.

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Philipp Ottendörfer
Philipp Ottendörfer
*1976 in Villingen/Baden-Württemberg
lebt und arbeitet in Zürich