
Anna:
»Wenn ein wirklich sehr katholisch aufgewachsener junger Deutscher plötzlich Kunst zu jüdischen Themen machen soll, bin ich als deutsche Jüdin wirklich erleichtert, wenn er mit diesem Anliegen letztlich bei mir am Küchentisch landet.«
Stefan:
»Nun sitze ich also hier, mir gegenüber die jüdische Künstlerin. Ich habe soviel zu bereden. Warum ist denn das deutsch – jüdische Verhältnis, also ich meine natürlich das Verhältnis zwischen deutschen Juden und deutschen Nicht – Juden, ja, ich glaube so kann man es sagen, immer noch so verkrampft? Also ich meine, ist doch egal, wer wie was ist, oder? Klar, sie muss natürlich Jüdin sein, sonst wäre ich jetzt nicht hier.
Also noch mal, ich bin hier um über Klischees zu reden, die selbstverständlich in Deutschland sowieso keiner (ob nichtjüdischer- oder jüdischer Deutscher) mehr hat.
Mein Gott, ist das kompliziert!!!«
So prallten wir im Gespräch mit überraschenden Themen aufeinander. Jalda Rebling und Holger Niegel setzten sie für uns in Szene.
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Stefan Sättele
*1973 in Ravensburg/Baden-Württemberg
lebt und arbeitet in Bielefeld
http://www.stefansaettele.com